Heute gibt es mal nicht viele Bilder zu gucken, sondern eine kleine Geschichte zu lesen. Immer am 1. eines Monats veröffentlichen Andrea von Jolijou und Bine von was eigenes in ihrer Reihe “Short Stories” ein neues Thema, zu dem gegrübelt und geschrieben werden darf. Das Thema für Juli lautet Entschleunigung und beschäftigt mich seit längerem immer mal wieder.
Wir rasen auf der Überholspur durchs Leben und katapultieren uns von einen Abenteuer ins Nächste. Immer in der Angst, etwas zu verpassen, zu wenig zu erleben, die Zeit nicht effektiv zu nutzen. Wir sind dauernd erreichbar, dauernd online und tragen einen vollgepackten Kalender mit uns herum. Die rasende Geschwindigkeit unseres Alltags hinterlässt ein Schlachtfeld in unseren Köpfen: Wir erleben Momente nicht mehr bewusst, speichern schöne Momente nicht richtig ab. Denn wir sind ja schon längst auf dem Weg zum nächsten Erlebnis. Lange hält man diese Lebensweise nicht aus: Die Sehnsucht nach Muße und Stille wird unersättlich.
Anfang des Jahres bin ich in eine neue, fast noch vollkommen fremde Stadt gezogen. Beim Start hab ich ordentlich aufs Gaspedal gedrückt: den Kalender möglichst vollpacken, um möglichst viel von der neuen Stadt zu sehen und bloß nichts zu verpassen! Das Ganze ist in Lichtgeschwindigkeit zu einem Gefühl von “Freizeitstress” geworden. Dabei habe ich ganz vergessen, dass man nicht alles sofort und auf einmal sehen und erleben muss. Man kann sich auch mal treiben lassen und nach Innen horchen. Man darf die Pläne auch mal Pläne sein lassen. Und ach! Plötzlich ist da so viel Zeit! Mit ein wenig Muße und Entschleunigung ist da nicht nur Zeit für Erholung übrig, sondern auch Zeit für neue Ideen. Weg mit dem Effizienz-Druck! Meine neue Taktik lautet: sich Zeit lassen, um Zeit zu sparen.











Du hast ja so Recht!
LG Maria
Wunderbar… und auch ich entdecke Berlin nach 17 Jahren wieder neu… aber in MEINEM Tempo!! Das tut mir, meinem Leben und Lieben ganz besonders gut… und das Thema kam gerade zur rechten Zeit…